Beiträge von Günter

    Ihr Lieben,


    wie ich schon erwähnte, werden neue Mitglieder jetzt automatisch freigeschaltet. Es erfolgt vorher aber eine Sicherheitsabfrage nach dem bewährten System reCAPTCHA.


    Da ich in den vergangenen Tagen sehr intensiv auf Facebook und anderen Seiten für unser Forum geworben habe, gab und gibt es in den letzten Tagen und Stunden erfreulicherweise viele Neuanmeldungen.


    Erfahrungsgemäß schreiben aber längst nicht alle neuen Mitglieder in einem Forum mit. Aus diesem Grunde werde ich aber sofort so verfahren, dass ich neue Mitglieder, sofern sie mir nicht sowieso bekannt sind, erst persönlich begrüße, wenn sie ihren ersten Beitrag geschrieben haben.


    Anders ist das jetzt vom Zeitaufwand her nicht zu realisieren. ;)




    Die Partei Die Linke hat 60.350 Mitglieder (Stand: 31. Dezember 2020[1], die Kommunistische Plattform hat gerade 1200 Mitgliedern. Nur mal so zur Info.


    Das sind, wenn ich richtig gerechnet habe, knapp zwei % der Mitglieder.


    Soll ich Dir jetzt wirklich zum Vergleich einmal raussuchen, was für seltsame Gruppen mit einem Anteil von 2 % es tatsächlich bei der CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen gibt?

    Zu dieser bisher leider wenig genutzten Umfrage vom 20.09.2021 hier noch einmal ein Zitat von der Website der Deutschen Welle, in dem der Wissenschaftler Werner Patzelt, selbst CDU-Mitglied, der 27 Jahre lang das Institut für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dresden leitete:


    Wobei sich allerdings gerade die Grünen selbst von Haus aus eher links betrachten s. Migrationspolitik.

    Hallo Nemesis,


    in der Migrationspolitik ist das wirklich so, auch in einigen anderen Bereichen, nur wirtschaftspolitisch sind sie leider überwiegend gar nicht mehr links, sondern eher recht konservativ. Oder willst du ernsthaft behaupten, dass die Politik von MP Winfried Kretschmann wirtschaftspolitisch links ist? ^^



    Wenn ich diese Analyse des Manager-Magazins auch für etwas überzogen halte, so stellt sich doch die Frage, weshalb die Konzerne in Deutschland, die für ihre Aktionäre Riesengewinne einfahren, der Strom wesentlich billiger ist?




    Es stellt sich doch sowieso die Frage, weshalb die Energiekosten in Deutschland im Vergleich mit allen anderen Industriestaaten am Höchsten sind?



    Gegen all diese Fakten, was der Selbstbedienungsmentalität der Superreichen und der Großkonzerne geschuldet sind, haben die in den vergangenen vierzig Jahren regierenden Parteien CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne leider überhaupt nichts unternommen, sondern dieses maßlose Unrecht im Gegenteil noch massiv gefördert. Die Handlanger der Superreichen, ihre Lobbyisten, werden es den Parteien konkret gedankt haben!


    Alles ein sehr christliches Verhalten, zu dem viele Christen auch heute noch sehr gerne bewusst schweigen und sich stattdessen geradezu vom Thema ablenkend immer wieder auf die "bösen" Linken einschießen! Seltsam, seltsam, seltsam ..

    Hi Günter,


    ich möchte bezüglich der Linken vorerst nur einen Punkt, bzw. Gedanken herausgreifen, der mir für Christen wichtig erscheint.

    Die Strukturen dieser Partei bestehen ja aus sozialistischen, marxistischen, leninistischen und sogar trotzkistischen und stalinistischen Elementen und Lehren. Atheistischer und materialistischer geht es kaum und daher stellt sich die Frage, ob man nicht in ein ungleiches Joch geht, wenn man diese Partei wählt oder deren Anliegen unterstützt.

    Mit all diesen Strömungen sind historische Erfahrungen verbunden, die nichts Gutes bedeuteten.

    Moin Topas,


    hier nur mal eine kurze Antwort von mir, da ich derzeitig aus verschiedenen Gründen zeitlich sehr beansprucht bin.


    Deine Unterstellungen gegenüber der Linkspartei klingen mir viel zu pauschal. Sicherlich gibt es das alles in der Linkspartei. Aber, es gibt auch sehr schlimme Auswüchse in den anderen Parteien. Ich nannte an anderer Stelle schon Hans-Georg Maaßen und Thilo Sarrazin als zwei Beispiele, die als Minderheiten in ihren Parteien auch sehr, sehr abweichende Auffassungen proklamierten und in ihren Parteien trotzdem jahrelang geduldet wurden oder werden.


    Ich halte Deine sehr verallgemeinernde Formulierung "Die Strukturen dieser Partei bestehen ja aus sozialistischen, marxistischen, leninistischen und sogar trotzkistischen und stalinistischen Elementen und Lehren. Atheistischer und materialistischer geht es kaum und daher stellt sich die Frage, ob man nicht in ein ungleiches Joch geht, wenn man diese Partei wählt oder deren Anliegen unterstützt." schlicht für schlich falsch.


    Wo ist denn die Politik von CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne in weiten Teilen nicht atheistisch und materialistisch? Was hat denn die Mehrheit der Linken heute mit "leninistischen und sogar trotzkistischen und stalinistischen Elementen und Lehren" zu tun?


    Das sind doch nur Schlagworte, die sich überhaupt nicht mit den konkreten politischen Forderungen der Linken befassen.


    Ein Phänomen, welches ich aus persönlicher Anschauung kenne, sind die doch erstaunlichen Denkweisen, die radikal alles auf 'links' drehen, sodass Begriffs-und Vorstellungswelten mit 'normalen' Einstellungen und Gedanken nicht mehr kompatibel sind.


    Also, in den vergangenen Jahren wurde in unserem Land in der Politik von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen doch eher alles radikal alles auf 'rechts' gedreht!


    Beachte in diesem Zusammenhang doch bitte nur die Entwicklung der unterschiedlichen Besteuerung von Großkonzernen und des Mittelstandes und der Kleinverdiener.


    Willst Du ernsthaft bestreiten, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet und dass die Parteien CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne daran überhaupt nichts konkret ändern wollen?


    Beachte in diesem Zusammenhang doch bitte einmal die sehr unterschiedliche Art und Weise, in der die derzeitig politisch Verantwortlichen auf die durch die CORONA-Epidemie entstandenen Nöte bei großen Konzernen und kleinen Firmen oder Einzelunternehmern reagierten.


    Willst Du ernsthaft bestreiten, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet und dass die Parteien CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne daran überhaupt nichts konkret ändern wollen?


    Vielleicht reden wir doch lieber über konkrete Themen, statt über Schlagworte wie Trotzki und Stalin?



    Hallo Nemesis, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Aus Zeitgründen gehe ich nur ganz kurz auf einen Punkt ein. Das andere beantworte ich dann später.


    Ich schrieb:

    Zitat

    Zitat von Günter

    Wenn in den Medien immer wieder mit Nachweisen versehen berichtet wird, dass die Zahl der Reichen in Deutschland immer weiter steigt und die der Armen immer weiter sinkt, sollten wir diese Politik dann weiter fördern?


    Nun, wenn die Zahl der Armen immer weiter sinken würde, wäre das ja grundsätzlich zu begrüßen. Wahrscheinlich meinst du aber die Schere zwischen Arm und Reich, die sich immer weiter öffnet. Nein, die Politik, der eine solche entwicklung zugrunde liegt, ist abzulehnen. Allerdings haben wir darauf keinerlei Einfluss. Denn die Habgier bestimmt die Geldpolitik und in diesem System ist es nun mal zwingend erforderlich, dass immer weniger Menschen immer reicher werden und die Geldströme kontrollieren, während immer mehr Menschen immer ärmer werden, und der völligen Überwachung und Kontrolle der wenigen Reichen unterliegen. Dieses System lässt sich noch nicht mal auf nationaler Ebene reformieren - wieviel weniger dann auf internationaler Ebene?


    Das war von mir natürlich ein Schreibfehler, wie Du schon richtig erkannt hast. Es hätte so heißen müssen:


    "Wenn in den Medien immer wieder mit Nachweisen versehen berichtet wird, dass die Zahl der Reichen in Deutschland immer weiter steigt und die der Armen immer weiter steigt, sollten wir diese Politik dann weiter fördern?"


    Sorry, war ein Schreibfehler, wäre aber so ja auch unlogisch gewesen! Mehr von mir morgen.


    Sogenannte "christliche Werte" haben in der Politik nichts verloren. Davon wollen wir ja weg und wir brauchen garantiert keine politischen Ratschläge von den evangelikalen christlichen Taliban.

    Grubi, kommt drauf an, wie man christliche Werte definierst. Wie definierst Du christliche Werte denn?


    Außerdem: Wer sind denn wir?


    Im Übrigen kannst Du eines nicht übersehen: Unser Grundgesetz und unsere Gesetzgebung ist doch wesentlich von der christlichen Ethik beeinflusst! Das willst du doch nicht allen Ernstes bestreiten. Ich rede hier natürlich nicht von den Auswüchsen in unserer Geschichte im Namen von Krone und Kreuz, die es leider unbestreitbar auch zu Genüge gab. Aber auch hier heißt es: Nicht alles über einen Kamm scheren!

    Im Großen und Ganzen ist es, zumindest hier in Deutschland, wohl sehr glimpflich ausgegangen! Das ist ein Grund, unserem Herrn zu danken!

    Selbstverständlich. In diesem Text geht es aber tatsächlich um alle möglichen Unterschiede, die sich Menschen ausdenken mögen, um sich selbst anderen Menschen gegenüber zu erhöhen. Nationalität, Geschlecht, Alter,kulturelle Prägung, soziale Stellung usw.: All diese Unterschiede haben in Christus keinerlei Bedeutung.


    Für die betroffenen Menschen in dieser Zeit aber schon noch. Sag das mal den Millionen betroffenen Menschen hier auf der Erde: Sklaverei


    Auch für die entschiedenen Christen unter diesem Menschen hat das noch eine sehr große Bedeutung!


    Es kann nicht die Aufgabe von uns Christen sein, die betroffenen Schwestern und Brüder auf die Ewigkeit zu vertrösten! Hier haben wir Menschen auch in Deutschland, auch wir Christen eine Verantwortung! So ist es unsere Aufgabe in einem demokratischen Land, die Politik auf demokratischem Wege dazu zu zwingen, hier konkret einzuschreiten!


    Statt einfach genüsslich unseren Kakao zu trinken, der von den Sklaven im Jahr 2020 in menschenunwürdigen Umständen angebaut und geerntet wurde!


    Uns für diese leidenden Menschen konkret einzusetzen, das wäre ein Akt wirklicher Nächstenliebe!


    So gibt es viele politische und wirtschaftliche illusionen, die den Bürgern vorgegaukelt werden, um sie zu betäuben und zu willenlosen Erfüllungsgehilfen der politischen Eliten zu machen, die für sich selbst ganz reale monetäre Interessen im Blick haben.


    Nemesis, willst Du die im Folgenden aufgeführten Fakten bestreiten?





    • Wenn wir wissen, dass die radikale Senkung des Spitzensteuersatzes der letzten Jahre gegenüber dem Mittelstand, den Kleinunternehmern und den Arbeitnehmern in den niedrigen Einkommensgruppen gegenüber ungerecht ist, dann sollten wir doch einmal ernsthaft darüber nachdenken, ob wir immer noch diejenigen weiter wählen wollen, die genau diese Politik weiter fortführen wollen!



    • Wenn wieder mal bekannt wird, dass es in der CORONA-Epidemie für Kurzarbeiter nur wenig Geld, für Solokünstler, für selbstständige Bühnenaufbaufirmen und für andere Kleinunternehmer kein Geld vom Staat gab, wohl aber mal eben 400 Millionen Euro für Aida und 9.000 Millionen für die Lufthansa, sollten wir die Parteien, die dass so beschlossen haben, wirklich noch weiter wählen?


    • Wenn die Käuflichkeit der politischen Entscheidungen von Regierungen und Abgeordneten durch die Konzerne mithilfe der Lobbyisten der Großkonzerne und der Superreichen immer deutlicher bewiesen wird, während die bisherige Bundestagsfraktion von CDU und CSU im Bundestag klare Regeln für Lobbyisten aber blockiert, sollten wie diese Parteien dann noch weiter wählen?


    • Wenn die kommende Regierung es, entgegen der Versprechen von Olaf Scholz es wieder nicht umsetzt, dass die verfassungsmäßig geforderte Vermögenssteuer wieder eingeführt wird, obwohl wir eines der wenigen reichen Länder sind, in denen es seit 1997 keine Vermögenssteuer gibt, sollten wir die dafür verantwortlichen Parteien dann noch wieder wählen?


    • Wenn die künftige Bundesregierung die Durchsetzung der Verhinderung der massiven Umweltverschmutzung in Deutschland aus Rücksicht auf die großen Konzerne wieder nicht konsequent einschränkt, sollten wir diese Parteien dann noch weiter wählen?


    • Wenn die künftige Bundesregierung wieder kaum etwas gegen die Zerstörung der wichtigsten Ressourcen für unser Überleben in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten und gegen die Gefährdung von Gesundheit und Leben der nach uns kommenden Generationen unternimmt, sollten wir diese Parteien dann noch weiter wählen?


    • Wenn die künftige Bundesregierung wieder kaum etwas Konkretes gegen die wissentliche Duldung der Kinderarbeit durch deutsche Firmen und Konzerne unternimmt, sollten wir diese Parteien dann noch weiter wählen?


    • Wenn die künftige Bundesregierung wieder kaum etwas Konkretes zur Umsetzung des Tierschutzes tut, sollten wir diese Parteien dann noch weiter wählen?

    Wie auch immer, all die Schlagworte der Linken, wie Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Frieden und dergleichen mehr sind reine Utopien, die Menschen zwar gemäß einem klassenkämpferischen Vokabular moralisch und ethisch ansprechen, deren Verwirklichung jedoch für das 'Volk' gar nicht erreichbar ist. So lautet auch die Kritik von S. Wagenknecht auf vollmundige Versprechungen lediglich für die eigene Klientel, für den Erwerb von Macht und Einfluss ohne Aussicht auf eine Umsetzung, die sowieso nur aus Wahlpropaganda besteht. Polemik als moralische Appelle getarnt, die eine Front zwischen arm und reich aufmacht und den 'Reichen' und 'Wirtschaftsmächtigen' als Feindbild propagiert. Das kommt natürlich an, wenn man sich der Illusion hingibt, man müsse nur einigen etwas wegnehmen, um es verteilen zu können.

    Na ja, ich könnte nun noch weiter ins Detail gehen, aber die Richtung wird wohl klar sein, wie meine Vorbehalte lauten: Illusionäre Vorstellungen und damit Bauernfängerei, um es deutsch zu umschreiben.


    Bei diesen pauschalen Vorurteilen wäre es tatsächlich sehr wichtig, dass Du einmal konkrete Punkte benennst und begründest.


    Bin sehr gespannt, ob du dich Morgen - oder wann immer Du wieder Zeit hast - einmal konkret dazu äußerst.

    Gut, da die Zeit knapp ist, nur in Kurzform. Bei der Langform müßte man detailliert auf einige gesellschaftliche Umwandlungsvorstellungen der Linken eingehen.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, man solle sich, insbesondere als Christ, nicht von der Politik vereinnahmen lassen. Christus war kein Parteigänger und sein Streben galt nicht irdischen Dingen.

    Jesus war in seiner Zeit auf Erden kein Parteigänger im politischen Sinn, aber politische Parteien gab es damals ja auch noch nicht.


    Nun weißt du ja auch, dass es in der Schrift an mehreren Stellen heißt, dass wir der Obrigkeit untertan sein sollen. Das bedeutet doch, wenn wir in eine Demokratie hineingesellt worden sind, dass wir die Regeln in der Demokratie Ernst nehmen und uns daran halten sollen, sprich die demokratischen Möglichkeiten zur Umsetzung von sozialer Gerechtigkeit. Für dieses Ziel ist Jesus durch seine Aufforderung zur Nächstenliebe wiederholt eingetreten.


    Die einzige Alternative wäre ja, gar nicht wählen zu gehen. Hältst Du das für sinnvoll? Wäre das im Zeitalter der Demokratie die angemessene Umsetzung der Obrigkeit untertan zu sein durch uns Christen?


    Oder hältst Du es für sinnvoll, dass Christen die Parteien wählen, die für immer mehr soziale Ungerechtigkeit in unserem Land und in der Welt verantwortlich sind und so sinnlose Kriege wie den in Afghanistan führen?


    CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne tragen nachweislich dafür die Verantwortung, dass in den letzten Jahren die Umverteilung und die Armut in Deutschland und in der Welt massiv zunahmen. Soll das wirklich mit dem Segen von uns Christen so weitergehen?


    Für einen Tierquäler und Menschenausbeuter, der sehr viel mit Schalke zu tun hat und sehr viele Schlachthöfe betreibt, jeder weiß, wen ich meine, legten die verantwortlichen Politiker schon vorher Gesetze vor, die bei oberflächlicher Betrachtung gut klingen, aber man baute völlig bewusste schon viele Ausweichmöglichkeiten ein, damit Herr T. diese Gesetze umgehen kann.


    Genauso wurde es auch mit dem gesetzlichen Mindestlohn gemacht, den jeder größerer Unternehmer leicht umgehen kann. Und wenn nicht, dann gibt es ja noch die sog. Werksverträge. Man weiß in den konservativen Parteien ja, was man den Milliardären schuldig ist bzw. schuldig zu sein glaubt.


    Wir sind eines der wenigen reichen Länder, in denen es seit 1997 keine Vermögenssteuer gibt, obwohl diese in der Verfassung gefordert wird. Seit 1997 waren, soweit ich erinnere, CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne im Bund an der Regierung und haben bezüglich dieses Verstoßes im ständigen Verfassungsbruch gelebt.


    Wo ich gerade bei unserem höchsten Gesetz in Deutschland sind. Im Grundgesetz steht im Artikel 14, dass Eigentum zu schützen ist. Das weiß eigentlich jeder. Im selben Artikel steht aber auch:


    "(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."


    Das allerdings wurde in den letzten fast fünf Jahrzehnten (seit 1974), wo CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne wenigstens zeitweise Regierungsverantwortung trugen, in der Gesetzgebung des Bundes fast gar nicht umgesetzt.


    Es geht um mehr als Abtreibung und Homosexualität, es geht um eine grundlegende atheistische Gesinnung mit vielen Facetten einer mit biblischen Werten nicht kompatiblen Haltung. Das ist zwar auch ein allgemeiner Trend, dennoch treiben Grüne, mit oft sozialistisch-radikaler Auffassung, diese Entwicklung voran und ich befürchte das Schlimmste.


    Wie es mit Ungerechtigkeit, Ausbeutung, aktive Kriegsführung und Umweltverschmutzung aussieht, nun, das müßte man sich im Detail ansehen.

    Kann man die Grünen diesbezüglich wirklich als 'Heilsbringer' betrachten?


    Naja, bezüglich der grundlegenden atheistischen Gesinnung, von der Du schreibst, meine ich, dass da die traditionellen Parteien wie CDU/CSU, SPD und FDP den Grünen inzwischen in nichts mehr nachstehen. Was bedeutet denn bitte noch das "C" in der CDU? Es ist hier doch im Grunde genommen genau wie mit dem "S" in der SPD. Natürlich: Ausnahmen gibt es in jeder Partei, so gibt es angeblich in jeder Partei Mitglieder, die sich als Christen bezeichnen.


    So hat es die Politik beispielsweise geschafft, dass die meisten Eltern ihre kleinen Kinder schon aus rein existenziellen Gründen in Kitas abschieben müssen, weil beide Elternteile nicht umhin können, in Vollzeit zu arbeiten, weil ein Elternteil gemessen an der Kaufkraft und an den Kosten für Miete, Energie etc. einfach nicht mehr genug verdient, dass man damit auch nur halbwegs auskommen kann. So haben also tatsächlich auch die konservativen Parteien wie CDU/CSU, SPD und FDP mitgeholfen, das "Modell Margot" aus der früheren DDR voll zu übernehmen.


    Für die Jüngeren unter uns zur Erklärung: Margot Honecker, die Frau von Erich Honecker, war in der DDR lange Zeit Bildungsministerin (unter verschiedenen Bezeichnungen) und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass in der DDR schon die kleinen Kinder in Tagesstätten "erzogen" wurden und nicht bei den Eltern zu Hause. Dieses "Modell" wurde dann später in Gesamtdeutschland übernommen, mit der Begründung, dass dieses Verfahrensweise für die Entwicklung der Kinder besser wäre.


    In Wahrheit aber war das eine der Voraussetzungen, dass dann beide Elternteile arbeiten konnten, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Und so konnte man dann systematisch weiter umverteilen!


    Denn es ist nicht zu übersehen, dass in den letzten drei Jahrzehnten eine politische Entwicklung von der verantwortlichen Politik ausgelöst wurde, dass die Reichen immer reicher wurden und die Armen immer ärmer.


    Bei der Umstellung der DM auf EURO wurden die Einkommen halbiert, die meisten Kosten für den Lebensunterhalt aber eben nicht. Ganz schlimm verlief die Entwicklung seit dem Pseudo-Sozi Basta-Gerhard, der zusammen mit Joschka die große Umverteilung sehr heftig einleitete, die Kohl dann weiterführte. Übrigens war es kein anderer, als unserer voraussichtlich kommender Kanzler Olaf, der als damaliger Arbeitsminister die Einführung von Hartz IV und die schlimme Deregulierung der Leiharbeit mit zu verantworten hat.


    Mehr dazu von mir hier: Gedanken zur Bundestagswahl


    Was die Grünen betrifft, so sind viele von ihnen große Umfaller! Allen voran Joschka! Sicherlich haben die Grünen einiges Umdenken in Richtung Umweltschutz und Ökologie bewirkt, aber andere Dinge sind für mich einfach nicht mehr nachvollziehbar. So kann ich es beispielsweise nicht verstehen, dass die Grünen, allen voran Volker Beck, auf dessen Engagement es wesentlich zurückzuführen ist, dass es Schwulen in Deutschland untersagt ist, sich aufgrund einer eigenen persönlichen Entscheidung therapieren zu lassen.


    Denn so ganz viel gilt die eigene freie Entscheidung in Deutschland Dank der Grünen leider nicht mehr. Wer derartige Therapien für diejenigen anbietet, die sich zur Teilnahme daran aus freien Stücken entscheiden, wird strafrechtlich verfolgt und bestraft.


    Ich vermute jetzt mal, du bist von den Grünen und ihren Forderungen recht angetan oder gar von den Linken? Von manchen Christen weiß ich aber, dass sie das hinsichtlich ihres Glaubens doch in Konflikte gebracht hat.



    Was wirfst Du den Linken als Partei denn konkret vor? Ich spreche jetzt nicht von einzelnen, wie beispielsweise Oskar Lafontaine und seine Frau Sahra Wagenknecht, sondern von der Partei als Ganzes. Einzelne schlechte Beispiele findet man in jeder Partei, da gibt es beispielsweise in der CDU Leute wie Hans-Georg Maaßen, in der SPD Leute wie Thilo Sarrazin usw.


    Also nochmals die Frage: Was kritisierst Du denn konkret an der Partei die Linke?

    Zum einen das, aber auch die heutige ideologische Verfestigung gravierender gesellschaftlicher Veränderungen, die teils gegen biblische Werte stehen. Für manche Christen doch ein erhebliches Problem.

    Vermutlich zielst Du auf die überwiegend von Evangelikalen, Pietisten und anderen genannten beiden Themen Abtreibung und Homosexualität ab oder täusche ich mich da?


    Falls ja, sage ich dazu, wie schon oft, auch hier das:


    Seltsamerweise hört man von vielen konservativen Christen gleichzeitig aber sehr wenig zu den Themen soziale Ungerechtigkeit, Ausbeutung, aktive Kriegsführung und Umweltverschmutzung.

    Die Bibel fordert uns sogar auf Sklaven zu sein - Sklaven Christi, um dann gemäß Galater 3:28 der Gemeinde Jesu zu entsprechen, gemäß:


    Galater 3,28 (Elberfelder 1905)

    Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Weib; denn ihr alle seid einer in Christo Jesu.


    Das verstehe ich anders. Sicherlich sind wir jetzt vorrangig "eins durch den Messias Jesus", trotzdem aber sind wir doch in dieser Zwischenzeit, in der wir uns jetzt hier befinden, immer noch Mann und Frau, oder?


    Die menschenunwürdige Sklaverei, die es heute in vielen Ländern immer noch gibt, ist deshalb ja nicht abgeschafft und gilt auch für Sklaven in diesen Ländern, wenn sie Jesus annehmen, faktisch immer noch. Genauso, wie wir alle, Du und ich, auch heute noch immer ganz Männer oder Frauen sind und das bis zu unserem leiblichen Tod - oder falls das vorher geschehen sollte - bis zu Jesu Wiederkehr. Das ist hier auf Erden, also in Raum und Zeit, einfach Fakt.


    Roland Werner übersetzt den Vers übrigens so:

    Zitat

    Nicht mehr Jude oder Grieche, nicht mehr Leibeigener oder freier Mensch, nicht mehr Mann oder Frau seid ihr, sondern ihr seid alle eins durch den Messias Jesus.


    Das Buch. Neues Testament – übersetzt von Roland Werner, © 2009 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten