Beiträge von Ingeborg





    File:Rembrandt, The Holy Family with a Curtain, 1646, Museum Schloss Wilhelmshöhe, Kassel.jpg


    Die heilige Familie mit dem Vorhang von Rembrandt Harmensz van Rijn (1646)


    Das kleine Bild (46,8 x 68,4 cm) von Rembrandt „Die heilige Familie mit dem Vorhang“, Kassel, Gemäldegalerie alter Meister, scheint eine idyllische Familienszene widerzugeben.


    Wir schauen in einen spärlich beleuchteten Innenraum. Links vorne hält eine auf einer Bank sitzende Mutter ihr Kleinkind zärtlich im Arm. Die Frau trägt die niederländische Alltagstracht des 17. Jahrhunderts, zu der ein Häubchen gehört. Rechts neben der Frau steht ganz vorne die Wiege des Kindes. Mutter und Kind wärmen sich an dem Feuer im Vordergrund des Bildes. Eine hungrige Katze steht neben einem Napf. Rechts im Hintergrund, in einem dunklen Hof, zu dem ein paar Stufen hinabführen, hackt ein nur schattenhaft zu erkennender Mann Holz.


    Rembrandt hat jedoch in der für ihn typischen Manier mit dieser Szene, die auf den ersten Blick in den holländischen Alltag des 17. Jahrhunderts zu gehören scheint, ein biblisches Thema geschildert:


    Bei den dargestellten Personen handelt es sich – wie im Verlauf des 19. Jahrhunderts erkannt wurde - um Maria und Josef mit ihrem Kind. Vorher dachte man lange Zeit, es handele sich um eine Holzhackerfamilie. Die junge Mutter drückt den kleinen Jesus zärtlich an sich. Die Wohnstätte, die mehr einer Behausung gleicht, ist in die Ruinen eines spitzbogigen Gebäudes eingebaut und wird durch das am Boden brennende Feuer und durch links einfallendes Licht erhellt. Neben dem Feuer im Vordergrund sehen wir ein Breischälchen mit einem Löffel darin. Die neben dem Feuer sitzende Katze scheint sich zu wärmen und fixiert interessiert den Napf. Der nur schemenhaft erkennbare Mann rechts im Hintergrund ist Josef, der für seine kleine Familie das Holz hackt.


    Das für den heutigen Betrachter Auffällige an Rembrandts Gemälde ist jedoch, dass das Bildgeschehen von einem gemalten Rahmen eingefasst wird, vor dem wiederum ein ebenfalls gemalter roter Vorhang hängt. Die Tafel vermittelt hierdurch die Illusion ein gerahmtes Gemälde zu sein, dessen Darstellung mittels des zurückgeschlagenen Vorhangs für den Betrachter enthüllt wurde. Der Betrachter erlebt gewissermaßen ein Bild im Bild. Die biblische Szene wird wie eine Theaterinszenierung widergegeben. Wir können die heilige Familie wie auf einer Bühne erleben.


    Der Vorhang als Bildmotiv war zur Zeit Rembrandts nicht ungewöhnlich. Die Heilige Familie aus Kassel ist jedoch das erste Gemälde mit einem gemalten Vorhang vor einem gemalten Bild.


    Möglicherweise wollte Rembrandt mit dem Motiv des gemalten Vorhangs vor einem gemalten Bild den Text aus 2. Korinther 3, 14 – 16 verdeutlichen. Dort heißt es:


    14 Aber nicht nur das, sie waren verschlossen für Gottes Botschaft. Bis zum heutigen Tag sind die Schriften des Alten Bundes für sie wie mit einem Tuch verhüllt. Sie lesen es zwar, aber seinen Sinn verstehen sie nicht. Dieses Tuch wird erst dann weggenommen, wenn sie an Christus glauben. 15 Bis heute liegt es auf ihren Herzen, wenn aus den Büchern von Mose vorgelesen wird. 16 Aber wie es bei Mose war, so ist es auch bei ihnen: Wenn sich Israel dem Herrn zuwendet, wird das Tuch weggenommen. *


    Nach dieser Bibelstelle ist das Alte Testament wie durch ein Tuch verhüllt – verstehen kann es nur der, der in Jesus den dort verheißenen Messias erkennt.


    Ich möchte euch einladen, die uns ungewöhnliche Stille dieser Vorweihnachtszeit aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu nutzen, um uns dem Kind in der Krippe neu zu nähern: unserem Messias und Erlöser. Nutzen wir diese Stille als Gottes Geschenk an uns in einer aufregenden Zeit.


    Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest.


    Eure
    Ingeborg Piechottka-Ruks



    *Hoffnung für Alle® (Hope for All)© 1983,1996, 2002, 2009, 2015 by Biblica, Inc.®Alle Rechte, insbesondere des Nachdrucks, der auszugsweisen Wiedergabe größerer Texte der Übersetzung, der Speicherung auf Datenträger bzw. der Einspeisung in öffentliche und nichtöffentliche Datennetze in jeglicher Form, der Funksendung, der Microverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen sind ausdrücklich vorbehalten. https://www.bibleserver.com/HFA/2.Korinther3







    Montag, 21. Dez. 2020




    File:Rembrandt, The Holy Family with a Curtain, 1646, Museum Schloss Wilhelmshöhe, Kassel.jpg


    Die heilige Familie mit dem Vorhang von Rembrandt Harmensz van Rijn (1646)


    Das kleine Bild (46,8 x 68,4 cm) von Rembrandt „Die heilige Familie mit dem Vorhang“, Kassel, Gemäldegalerie alter Meister, scheint eine idyllische Familienszene widerzugeben.


    Wir schauen in einen spärlich beleuchteten Innenraum. Links vorne hält eine auf einer Bank sitzende Mutter ihr Kleinkind zärtlich im Arm. Die Frau trägt die niederländische Alltagstracht des 17. Jahrhunderts, zu der ein Häubchen gehört. Rechts neben der Frau steht ganz vorne die Wiege des Kindes. Mutter und Kind wärmen sich an dem Feuer im Vordergrund des Bildes. Eine hungrige Katze steht neben einem Napf. Rechts im Hintergrund, in einem dunklen Hof, zu dem ein paar Stufen hinabführen, hackt ein nur schattenhaft zu erkennender Mann Holz.


    Rembrandt hat jedoch in der für ihn typischen Manier mit dieser Szene, die auf den ersten Blick in den holländischen Alltag des 17. Jahrhunderts zu gehören scheint, ein biblisches Thema geschildert:


    Bei den dargestellten Personen handelt es sich – wie im Verlauf des 19. Jahrhunderts erkannt wurde - um Maria und Josef mit ihrem Kind. Vorher dachte man lange Zeit, es handele sich um eine Holzhackerfamilie. Die junge Mutter drückt den kleinen Jesus zärtlich an sich. Die Wohnstätte, die mehr einer Behausung gleicht, ist in die Ruinen eines spitzbogigen Gebäudes eingebaut und wird durch das am Boden brennende Feuer und durch links einfallendes Licht erhellt. Neben dem Feuer im Vordergrund sehen wir ein Breischälchen mit einem Löffel darin. Die neben dem Feuer sitzende Katze scheint sich zu wärmen und fixiert interessiert den Napf. Der nur schemenhaft erkennbare Mann rechts im Hintergrund ist Josef, der für seine kleine Familie das Holz hackt.


    Das für den heutigen Betrachter Auffällige an Rembrandts Gemälde ist jedoch, dass das Bildgeschehen von einem gemalten Rahmen eingefasst wird, vor dem wiederum ein ebenfalls gemalter roter Vorhang hängt. Die Tafel vermittelt hierdurch die Illusion ein gerahmtes Gemälde zu sein, dessen Darstellung mittels des zurückgeschlagenen Vorhangs für den Betrachter enthüllt wurde. Der Betrachter erlebt gewissermaßen ein Bild im Bild. Die biblische Szene wird wie eine Theaterinszenierung widergegeben. Wir können die heilige Familie wie auf einer Bühne erleben.


    Der Vorhang als Bildmotiv war zur Zeit Rembrandts nicht ungewöhnlich. Die Heilige Familie aus Kassel ist jedoch das erste Gemälde mit einem gemalten Vorhang vor einem gemalten Bild.


    Möglicherweise wollte Rembrandt mit dem Motiv des gemalten Vorhangs vor einem gemalten Bild den Text aus 2. Korinther 3, 14 – 16 verdeutlichen. Dort heißt es:


    14 Aber nicht nur das, sie waren verschlossen für Gottes Botschaft. Bis zum heutigen Tag sind die Schriften des Alten Bundes für sie wie mit einem Tuch verhüllt. Sie lesen es zwar, aber seinen Sinn verstehen sie nicht. Dieses Tuch wird erst dann weggenommen, wenn sie an Christus glauben. 15 Bis heute liegt es auf ihren Herzen, wenn aus den Büchern von Mose vorgelesen wird. 16 Aber wie es bei Mose war, so ist es auch bei ihnen: Wenn sich Israel dem Herrn zuwendet, wird das Tuch weggenommen. *


    Nach dieser Bibelstelle ist das Alte Testament wie durch ein Tuch verhüllt – verstehen kann es nur der, der in Jesus den dort verheißenen Messias erkennt.


    Ich möchte euch einladen, die uns ungewöhnliche Stille dieser Vorweihnachtszeit aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu nutzen, um uns dem Kind in der Krippe neu zu nähern: unserem Messias und Erlöser. Nutzen wir diese Stille als Gottes Geschenk an uns in einer aufregenden Zeit.


    Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest.


    Eure
    Ingeborg Piechottka-Ruks



    *Hoffnung für Alle® (Hope for All)© 1983,1996, 2002, 2009, 2015 by Biblica, Inc.®Alle Rechte, insbesondere des Nachdrucks, der auszugsweisen Wiedergabe größerer Texte der Übersetzung, der Speicherung auf Datenträger bzw. der Einspeisung in öffentliche und nichtöffentliche Datennetze in jeglicher Form, der Funksendung, der Microverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen sind ausdrücklich vorbehalten. https://www.bibleserver.com/HFA/2.Korinther3






    Dienstag, 8. Dez. 2020


    Bileam, der Esel und ich

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    Von Ingeborg Piechottka-Ruks, Niederwenigern


    Eine meiner Lieblingsgestalten des Alten Testamentes ist Bileam, der heidnische Prophet aus Petor am Euphrat. Bileam lebte um 1200 vor Christus und war so bekannt, dass König Balak von Moab ihn bat, die Israeliten, die durch sein Land zogen, mit einem Fluch zu belegen, damit er sie besiegen könne. Was Gott durch einen Engel verhinderte. Später segnete Bileam die Israeliten und sagte deren Siege über ihre Gegner voraus. In einer Schlacht gegen die Midianiter, unter denen sich auch Bileam befand, wurde der Seher von den Israeliten mit dem Schwert getötet.


    Im vierten Buch Mose lesen wir über Bileam:


    Nun öffnete der Herr dem Bileam die Augen und er sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezückten Schwert in der Hand. Da verneigte sich Bileam und warf sich auf sein Gesicht nieder.

    Der Engel des Herrn sagte zu ihm: Warum hast du deinen Esel dreimal geschlagen?


    Ich bin dir feindlich in den Weg getreten, weil mir der Weg, den du gehst, zu abschüssig ist. Der Esel hat mich gesehen und ist mir schon dreimal ausgewichen. Wäre er mir nicht ausgewichen, dann hätte ich dich vielleicht jetzt schon umgebracht, ihn aber am Leben gelassen. Als der Seher Bileam seine Schuld jedoch erkannte, kehrt er sich zu Gott um und sagt zu dem Engel des Herrn: „Ich habe gesündigt, aber nur, weil ich nicht wusste, dass du mir im Wege standest. Jetzt aber will ich umkehren, wenn dir mein Vorhaben nicht recht ist." (4. Mose, 22,34)


    Der Engel des Herrn antwortete Bileam: Geh mit den Männern, aber rede nichts, außer was ich dir sage. Da ging Bileam mit den Hofleuten Balaks. (4 Mose, 22, 31-35)





    Bileam, der heidnische Seher, verfluchte Israel nicht, sondern segnete das Volk Israel in vier langen Reden (Bileams erster – vierter Spruch). Schließlich prophezeite Bileam die Geburt unseres Herrn und Heilands: „…es sagt Bileam, der Sohn Beors, es sagt der Mann, dem die Augen geöffnet sind, es sagt der Hörer göttlicher Rede und der die Erkenntnis hat des Höchsten, der die Offenbarung des Allmächtigen sieht und dem die Augen geöffnet werden, wenn er niederkniet. Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn aber nicht von nahe. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen und wird zerschmettern die Fürsten der Moabiter und verstören alle Kinder des Getümmels. Edom wird er einnehmen, und Seir wird seinen Feinden unterworfen, sein; Israel aber wird den Sieg haben."
    (4. Mose 24, 15 – 18 )


    So wie Bileam durch den Engel des Herrn zur Umkehr veranlasst und „sehend" wurde, möchte ich in dieser Adventzeit das Sehen neu erlernen.


    Mein Blick ist bisweilen getrübt für Gottes Wirklichkeit in meinem Leben aufgrund täglicher Pflichten, Ablenkungen, ja auch bisweilen Sorgen. Ich bin dann blind für Gottes Wirken in meinem Leben und erkenne seine Herrlichkeit nur nebelhaft. Wie aber Bileam durch den Engel des Herrn zur Umkehr veranlasst und „sehend" wurde, so möchte ich diese Adventszeit „sehend" erfahren.





    © 2011 Ingeborg Piechottka-Ruks