Beiträge von grimm

    Hallo Günter,


    über unser Telefonat hinaus möchte ich dir nochmals völlige Genesung wünschen, sodass dieses Forum durch deine diskussionswürdigen thematischen Impulse wieder zu dem wird, was ein Forum eigentlich ist: eine Plattform des Meinungsaustausches, aber auch der konstruktiven Kontroverse. Gera ist ja zurzeit das einzige Forumsmitglied, das durchaus lesenswerte, aber auch Widerspruch hervorbringende Beiträge verfasst: Beiträge, die leider keine Resonanz bewirken.


    Herzlichen Gruß
    Grimm

    Ist das Zeugnis der Bibel mit der Evolution vereinbar – ist die Evolution mit dem Zeugnis der Bibel vereinbar? – Durchaus ist das eine mit dem anderen vereinbar. Das Problem? – Es besteht darin, dass Biblizisten (Biblizismus: »wortwörtliche Auslegung der Bibel von Alpha bis Omega«) einfach nicht begreifen können, dass der liebe Gott die Welt anders geschaffen haben könnte, als es ihr Horizont zu erfassen vermag. Sie merken einfach nicht, dass sie Gott auf diese Weise anthropomorphisieren (menschliche Gestalt und menschliches Handeln auf ihn projizieren): übrigens vornehmlich ein Phänomen religiöser Fundamentalisten! Der Religionsphilosoph Pinkas Lapide bringt es in seinem Buch »Ist die Bibel richtig übersetzt?« auf den Punkt: »Es gibt im Grunde nur zwei Arten des Umganges mit der Bibel: man kann sie wörtlich nehmen oder man nimmt sie ernst. Beides zusammen verträgt sich nur schlecht.«


    Die Bibel ist nicht einfach vom Himmel gefallen; Produkt menschlichen Geistes ist sie, für den Gläubigen zugleich auch Ausdruck göttlicher Inspiration: dies aber immer im Kontext des zeitgebundenen Wissens, des zeitgebundenen Weltbildes. Dass den Menschen der Antike ein anderes Wissen, ein anderes Weltbild als heute geeignet hat, ist eigentlich bekannt.


    Seit der Mensch ein intellektuelles Wesen ist, reflektiert er immer wieder über den Ursprung und den Sinn des Seins und des Seienden. Die Verfasser der Bibel, sich ein Leben lang mit der Gottesfrage befassend, sind folglich zu der stringenten Erkenntnis gelangt, dass nichts ohne Grund, ohne Urheberschaft entstehen kann: dass es also eine Schöpferkraft, einen Schöpfer geben muss.


    Die Genesis kann natürlich nicht wortwörtlich aufgefasst werden, sondern sie muss in ihrer Quintessenz verstanden werden. Wenn wir sie so auffassen, dass alles Seiende Ergebnis eines Schöpfungsaktes ist, sie in ihrer Wortwörtlichkeit als Konstrukt verstehen, dann haben wir das Wesentliche verstanden.


    Ich glaube zwar, dass alle Formen des Lebens – auf eine Urform zurückzuführen sind, sich daraus weiterentwickelt haben: dies aber nicht zufällig, sondern in der Gesetzmäßigkeit eines Schöpfungsaktes. So verstehe ich auch die evidenten Argumente der Physikprofessorin Barbara Drossel in dem Video »Christlicher Glaube und Evolutionstheorie – geht das zusammen?« Enttäuscht haben mich manche, schon biblizistische Merkmale aufweisende Argumente des immerhin promovierten Chemikers Borris Schmidtgall. Man fragt sich schon: »Wie kann ein Naturwissenschaftler so argumentieren?!«


    Grimm

    Hallo Günter,


    auch ich sehe, wie wohl jeder Normalsichtige, im Wechsel die Amphore und zwei Gesichter im Profil. Diese optische Täuschung entsteht wohl dadurch, dass das Gehirn zwei gleichwertige Informationen erhält und sich »nicht entscheiden kann«, welche der Informationen vorrangig ist. Übrigens: Je mehr man sich auf dieses Bild konzentriert, desto intensiver ist auch der Informationswechsel.


    Grimm

    Hallo Gera,


    solch eine Hilfe mag in einer materialistisch-hedonistisch geprägten Gesellschaft nicht gerade salonfähig sein, ist aber umso mehr ein Gebot sozialethischer Verantwortung: ein christliches Gebot geradezu. Es gibt nämlich viele, die sich keinen PC leisten können und für das Geschenk eines alten, aber funktionsfähigen PCs dankbar sind: zum Beispiel die Hartz IV beziehende und alleinerziehende Mutter.


    Die Reaktion auf diese Hilfsbereitschaft (»Ich kaufe mir lieber einen Laptop«) ist im günstigsten Fall als unüberlegt und/oder taktlos zu bewerten.


    Grimm

    »Trumpf signiert Bibeln im Katastrophengebiet Alabama«
    »Die evangelikalen Trump-Anhänger beten für die Apokalypse«




    Was auch anderes ist von diesem Unglücksmenschen zu erwarten. Immer wieder äußern sich kompetente Stimmen – nicht nur aus dem Bereich der amerikanischen Politik, sondern auch aus dem der Zivilgesellschaft – wider Trump. Oft schon ist auf das Fehlen jedweder intellektuellen und charakterlichen Kompetenz Trumps, ein Amt als Präsident zu bekleiden, hingewiesen worden. Bleibt die Frage offen, ob er nur ein Ignorant sei oder gar ein charakterlich deformierter und scheinheiliger.


    Jene, die sich eine Apokalypse herbeisehnen, damit »Gottes Königreich« Wirklichkeit werde, kann man nur als hirnrissig bezeichnen. Anders gesagt: Evangelikale, die solch eine sinistre Überzeugung vertreten, sind dem Teufel – so es ihn geben sollte – weitaus näher als Gott.


    Grimm

    In meinem vorherigen Beitrag heißt es: »Diese konstruierte, substanzlose Unterscheidung ist irgendwann im Mittelalter entstanden, um das Fastengebot zu umgehen.« Diese Aussage ist missverständlich. Gemeint ist: »Diese konstruierte, substanzlose Unterscheidung ist irgendwann im Mittelalter entstanden, um das Fastengebot, kein Fleisch zu essen, zu umgehen.«


    Grimm

    »Ist es sinnvoll, aus religiösen Gründen den teureren Fisch zu essen? Verändert Fisch die Beziehung zu Gott? Kennt jemand einen biblischen Beleg dafür?«




    Ich weiß noch nicht, was ich am Karfreitag essen werde, weiß aber so viel, dass Fisch kein Gebäck ist, sondern Fleisch. Anders gesagt: Die Aussage vieler: »Ich als überzeugter Christ esse am Karfreitag grundsätzlich kein Fleisch, sondern Fisch«, ist entweder Ausdruck von Unwissenheit oder gar von Heuchelei. Diese konstruierte, substanzlose Unterscheidung ist irgendwann im Mittelalter entstanden, um das Fastengebot zu umgehen. Strafrechtlich gesehen ein Betrug am lieben Gott! Ist jemand also ehrlich davon überzeugt, am Karfreitag auf Fleisch verzichten zu müssen, so kann es doch nur heißen: null Gram vom einen und null Gramm vom anderen.


    Grimm

    Es ist einfach unglaublich, dass die Kirche wohl nichts auslässt, nur um mit dem Zeitgeist konform zu gehen. Man könnte glauben, sie sei am Ende. Kann man hier noch von Geschmacklosigkeit sprechen, oder muss man es schon Blasphemie nennen? Werden Roboter demnächst ordiniert, sodass sie sakrale Handlungen wie Taufe, Eheschließung, Erteilung des Abendmahls und so weiter übernehmen, sodass Pastoren – Menschen also! – als überflüssig angesehen werden? Möge der Heilige Geist den Verstand solcher Geistlicher, die so etwas inszenieren, wieder ins rechte Lot rücken!


    Grimm

    Hallo Günter,


    natürlich wäre solch eine Maßnahme unwürdig, vielleicht sogar arbeitsrechtlich nicht vertretbar; jedoch wäre es angebracht, dass du auf eine Quelle verwiesen hättest, damit mehr zu erfahren wäre. Ist diesen Bediensteten untersagt worden, die Heizung einzuschalten, oder sollten die Heizungen gar deaktiviert worden sein, was ich allerdings aus verschiedenen Gründen für unwahrscheinlich halte?


    Grimm

    »Religion ist wie ein Penis.
    Es ist in Ordnung, einen zu haben.
    Es ist in Ordnung, stolz darauf zu sein.
    Aber bitte hole ihn nicht in der Öffentlichkeit raus und wedele damit herum.
    Und BITTE versuche nicht, ihn in den Hals meiner Kinder zu schieben.«




    Dieses Elaborat ist an Abgeschmacktheit kaum noch zu überbieten. Die (christliche) Religion mit einem Penis als Objekt des Stolzes zu parallelisieren, die öffentliche Religionsausübung mit möglichem Exhibitionismus, seinen Höhepunkt im pädophilen Akt des Coitus per Os findend, ist nicht nur Ausdruck von Sprachdummheit, sondern geradezu würdelos und entwürdigend.


    Grimm

    »Was soll nur diese Hetze gegen den verdienten Herrn Maaßen??? Das besagte Video kam von den Antifas!!! Das sind Terroristen und Volksfeinde!!«






    »Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es dann hohl klinget, lieget es dann allemal im Buche?« (Georg Christoph Lichtenberg [1742–1799], Physiker, Schriftsteller).


    Grimm