welt.de: „Das ist eine Einladung zum Asylbetrug“

  • Günter,


    es gab Sklaverei im Alten Bund. Aber diese Sklaverei war nicht mit der späteren in Amerika u.s.w. zu vergleichen. Freiwillig machten Schuldner sich zu Sklaven und wurden nach 7 Jahren frei gelassen, sei denn, sie blieben freiwillig. Ich vermute, sie waren wie Landarbeiter und wurden gut behandelt.


    Die griechische Philosophie hatte leider von Anfang an Einfluss aufs Christentum. Sie war nicht frauen- aber sexfeindlich. Der Dualismus lehnte den Verkehr als schlecht ab. Daraus resultierte auch der Zölibat, ausschließlich griechisches Denken. Dass Frauen diskriminiert wurden, war nur eine Folge. Sind nicht auch wir von Kultur geprägt?

  • Die Bibel fordert uns sogar auf Sklaven zu sein - Sklaven Christi, um dann gemäß Galater 3:28 der Gemeinde Jesu zu entsprechen, gemäß:


    Galater 3,28 (Elberfelder 1905)
     

    Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Weib; denn ihr alle seid einer in Christo Jesu.

  • Die Bibel fordert uns sogar auf Sklaven zu sein - Sklaven Christi, um dann gemäß Galater 3:28 der Gemeinde Jesu zu entsprechen, gemäß:


    Galater 3,28 (Elberfelder 1905)

    Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Weib; denn ihr alle seid einer in Christo Jesu.


    Das verstehe ich anders. Sicherlich sind wir jetzt vorrangig "eins durch den Messias Jesus", trotzdem aber sind wir doch in dieser Zwischenzeit, in der wir uns jetzt hier befinden, immer noch Mann und Frau, oder?


    Die menschenunwürdige Sklaverei, die es heute in vielen Ländern immer noch gibt, ist deshalb ja nicht abgeschafft und gilt auch für Sklaven in diesen Ländern, wenn sie Jesus annehmen, faktisch immer noch. Genauso, wie wir alle, Du und ich, auch heute noch immer ganz Männer oder Frauen sind und das bis zu unserem leiblichen Tod - oder falls das vorher geschehen sollte - bis zu Jesu Wiederkehr. Das ist hier auf Erden, also in Raum und Zeit, einfach Fakt.


    Roland Werner übersetzt den Vers übrigens so:

    Zitat

    Nicht mehr Jude oder Grieche, nicht mehr Leibeigener oder freier Mensch, nicht mehr Mann oder Frau seid ihr, sondern ihr seid alle eins durch den Messias Jesus.


    Das Buch. Neues Testament – übersetzt von Roland Werner, © 2009 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten

  • Hi Günter,


    meine Formulierung 'um dann' ist natürlich eine Verkürzung, die andeuten soll, dass irgendwann in der Zukunft Galater 3:28 in Erfüllung gehen wird.

    Der Hauptgedanke ist jedoch, das Paulus angesichts dieser Formulierung dem Vorwurf einer geförderten oder befürworteten Ungleichkeit entgeht, denn dieser Gedanke der Gleichheit war schon damals einigermaßen unerhört und gegen die Vorstellungen der Zeit gerichtet.

  • Zitat von Gera

    es gab Sklaverei im Alten Bund. Aber diese Sklaverei war nicht mit der späteren in Amerika u.s.w. zu vergleichen. Freiwillig machten Schuldner sich zu Sklaven und wurden nach 7 Jahren frei gelassen, sei denn, sie blieben freiwillig. Ich vermute, sie waren wie Landarbeiter und wurden gut behandelt.

    Ein ganz wichtiger Gedanke. Wenn wir heute das Wort Sklave/Sklavenarbeit hören, denken wir natürlich an das, was unter dem Begriff Imperialismus als Sklaverei verstanden wurde und wird.


    Im Alten Bund gab es dagegen eine Vielzahl von Pflichten, die die Herren ihren "Sklaven" gegenüber zu erfüllen hatten. Die angemessene und rechtzeitige Entlohnung der Arbeit war nur ein Punkt unter vielen. In diesem Sinne ist die Sklaverei im Alten Bund mit der heutigen Situation eines Arbeitgeber/Arbeitnehmerverhältnisses eher vergleichbar.


    Hinzu kam im Alten Bund die Regel, dass ein hebräischer Sklave nach 6 Jahren Arbeit aus dem Sklavenstand entlassen werden musste. Und zwar nicht mit leeren Händen:


    Zitat von 5. Mo. 15,12-15

    12 Wenn dein Bruder, ein Hebräer oder eine Hebräerin, sich dir verkauft, dann soll er dir sechs Jahre lang dienen. Im siebten Jahr sollst du ihn als frei entlassen.

    13 Und wenn du ihn freilässt, sollst du ihn nicht mit leeren Händen ziehen lassen.

    14 Von deinem Kleinvieh, deinem Korn und Wein sollst du ihm mitgeben, was er tragen kann. Du sollst ihm von dem geben, womit Jahwe, dein Gott, dich gesegnet hat.

    15 Denk daran, dass auch du Sklave in Ägypten warst und dass Jahwe, dein Gott, dich befreit hat. Darum gebe ich dir heute dieses Gebot.

  • Zitat von Günter

    Das verstehe ich anders. Sicherlich sind wir jetzt vorrangig "eins durch den Messias Jesus", trotzdem aber sind wir doch in dieser Zwischenzeit, in der wir uns jetzt hier befinden, immer noch Mann und Frau, oder?

    Selbstverständlich. In diesem Text geht es aber tatsächlich um alle möglichen Unterschiede, die sich Menschen ausdenken mögen, um sich selbst anderen Menschen gegenüber zu erhöhen. Nationalität, Geschlecht, Alter,kulturelle Prägung, soziale Stellung usw.: All diese Unterschiede haben in Christus keinerlei Bedeutung.

  • Selbstverständlich. In diesem Text geht es aber tatsächlich um alle möglichen Unterschiede, die sich Menschen ausdenken mögen, um sich selbst anderen Menschen gegenüber zu erhöhen. Nationalität, Geschlecht, Alter,kulturelle Prägung, soziale Stellung usw.: All diese Unterschiede haben in Christus keinerlei Bedeutung.


    Für die betroffenen Menschen in dieser Zeit aber schon noch. Sag das mal den Millionen betroffenen Menschen hier auf der Erde: Sklaverei


    Auch für die entschiedenen Christen unter diesem Menschen hat das noch eine sehr große Bedeutung!


    Es kann nicht die Aufgabe von uns Christen sein, die betroffenen Schwestern und Brüder auf die Ewigkeit zu vertrösten! Hier haben wir Menschen auch in Deutschland, auch wir Christen eine Verantwortung! So ist es unsere Aufgabe in einem demokratischen Land, die Politik auf demokratischem Wege dazu zu zwingen, hier konkret einzuschreiten!


    Statt einfach genüsslich unseren Kakao zu trinken, der von den Sklaven im Jahr 2020 in menschenunwürdigen Umständen angebaut und geerntet wurde!


    Uns für diese leidenden Menschen konkret einzusetzen, das wäre ein Akt wirklicher Nächstenliebe!


  • Hier werden ja wieder wild Bibelzitate aus dem Kontext gerissen.

    "Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
    Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

  • Zitat von Günter

    Für die betroffenen Menschen in dieser Zeit aber schon noch. Sag das mal den Millionen betroffenen Menschen hier auf der Erde: Sklaverei

    Auch für die entschiedenen Christen unter diesem Menschen hat das noch eine sehr große Bedeutung!

    Ich habe den Eindruck, wie reden aneinander vorbei... ;) Mal sehen, wie wir das auflösen können:


    In welcher Hinsicht ist es denn deiner Meinung nach "von sehr großer Bedeutung"?


    Zitat von Günter

    Es kann nicht die Aufgabe von uns Christen sein, die betroffenen Schwestern und Brüder auf die Ewigkeit zu vertrösten!

    Das brauchen wir auch nicht. In Christus sind alle diese durch menschliche Hand gewirkten Unterschiede schon jetzt aufgehoben.


    Zitat von Günter

    Hier haben wir Menschen auch in Deutschland, auch wir Christen eine Verantwortung! So ist es unsere Aufgabe in einem demokratischen Land, die Politik auf demokratischem Wege dazu zu zwingen, hier konkret einzuschreiten!

    Das Ziel: Gut! Die Motivation: Gut! Das Problem beschreibst du in deinem letzten Satz: In einem demokartischen Land sollte die Politik nicht auf demokratischen Weg gezwungen werden müssen. Sie sollte quasi aus sich selbst heraus (selbstverständlich) eine Politik umsetzen, die dem Willen des Volkes entspricht. Und ich darf doch hoffen, dass es der Wille des Volkes sei, jede Form von sklavischer Unterdrückung zu beenden? ;)


    Wenn nun du selbst schon sagst, dass wir in einem demokratischen Land, eine demokratisch gewählte Regierung trotzdem mit demokratischen Mitteln (was immer das dann noch sein soll) zwingen müssen, Politik im Sinne des "Demos" zu betreiben, sollte klar sein, dass an dieser Umsetzung von Demokratie etwas grundsätzlich nicht stimmt.


    Zitat von Günter

    Statt einfach genüsslich unseren Kakao zu trinken, der von den Sklaven im Jahr 2020 in menschenunwürdigen Umständen angebaut und geerntet wurde!

    Uns für diese leidenden Menschen konkret einzusetzen, das wäre ein Akt wirklicher Nächstenliebe!


    Das ist sicherlich sehr löblich gedacht und für Christen eine klare Sache. Aber wie kann man das als Christ umsetzen? Auf Kakao verzichten, solange er unter diesen Umständen angebaut und geerntet wird, hilft nur bedingt. Denn angenommen, der Verbrauch von Kakao ginge weltweit tatsächlich gegen Null, werden die Plantagen eben umgepflügt und etwas anderes angebaut, was sich verkaufen lässt. An den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen ändert sich nichts. Im schlimmsten Fall verlieren die Arbeiter sogar völlig ihre Existenzgrundlage.


    Eine Preiserhöhung für den Artikel Kakao hilft auch nur bedingt. Denn wer kann garantieren, dass das zusätzliche Geld auch tatsächlich bei den Arbeitern ankommt und nicht im "Handel" versickert? Und welcher Kakao-Konsument ist bereit, statt 1,79 € pro Packung 20 € zu bezahlen?


    Aber genug davon.


    Wie und mit welchen "demokratischen Mitteln" würdest du die Politik in diesem Land zum "konkreten Einschreiten" zwingen?

  • Wen und welche Zitate meinst Du damit konkret?

    Alle. Uhr sucht euch aus eurem Märchenbuch raus, was ihr wollt. Aber wenn ein Anderer das tut, um euch zu widerlegen, wird sofort "aus dem Kontext gerissen" gebrüllt.

    Ich sehe hier nur noch das typische verlogene Verhalten von religiösen Fanatikern.

    "Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
    Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

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