Was ist das eigentlich - ein Christ?

  • Ihr Lieben,


    im Thread "Wer Homosexualität ablehnt und dies biblisch begründet, reißt Aussagen aus dem Zusammenhang" sprachen wir über das Christsein. Aber, was meinen wir denn eigentlich, wenn wir vom "Christsein" reden?


    Vorbemerkung - Einführung in diesen Thread:


    Was ist das eigentlich - ein Christ? Und, nach welchen Kriterien kann man, objektiv betrachtet, herausfinden ob und wann jemand ein Christ ist?


    Ein Beispiel: Als ich vorhin in einem Marketplace-Portal zufällig die Rubrik "DDR & Ostalgie" entdeckte und dort mal schaute, was man denn darunter verstehen kann, fand ich neben vielem anderen etliche Bilder und mehr über die Person Karl Marx. Da fragte ich mich in dem Moment doch sehr, was denn die DDR tatsächlich mit Karl Marx zu tun hatte. Nun kann man Karl Marx so oder so bewerten, das will ich hier im Thread jetzt gar nicht weiter vertiefen. Aber eines ist doch wohl klar: Die Politiker und die meisten Bürgerinnen und Bürger im sogenannten Arbeiter-und-Bauern-Staat DDR hatten von Karl Marx doch keinen blassen Schimmer und wussten überhaupt nicht, wer das wirklich war und was für eine Linie und Politik der tatsächlich vertreten hat. Ansonsten hätten sie unter Berufung auf Marx diesen Diktatur- und Unterdrückungsstaat doch überhaupt nicht gründen und brutal erhalten können!


    Wenn jetzt jemand kommt und dennoch sagt, dass sich die DDR-Diktatoren doch zutiefst auf Marx bezogen hätten, dann kann ich dem nur entgegnen, dass er sich nicht richtig über Marx und über die DDR informiert hat und dass seine Behauptung einfach nicht der Wahrheit entspricht. Tatsächlich war die DDR weder marxistisch noch sozialistisch oder gar demokratisch, wie der Name "Deutsche Demokratische Republik" ja allen vorgaukeln sollte. Übrigens war Marx zeitlebens auch nie "radikal demokratisch", wie von einigen Anhängern auch heute noch gerne behauptet wird! Um das zu erkennen, muss man sich aber zunächst einmal sehr ausführlich über die Person Karl Marx und über die Geschichte und die Entstehung der SBZ und der DDR informieren. Alles andere mag interessant klingen, hat aber mit sachlicher Herangehensweise nichts zu tun!


    Worum ging es mir hier in diesen einführenden Beispielen? Dazu beachtet bitte folgendes: Wenn bezüglich einer Person, einer Einrichtung oder einem Verein die Frage gestellt wird, was das Wesentliche daran ist oder war, dann muss man schon auf die ursprünglichen Quellen zurückgehen und diese Quellen exakt und genau untersuchen. Back to the Roots! Man muss im wahrsten Sinne des Wortes gründlich werden, also der Sache auf den Grund gehen.


    Es nützt dabei überhaupt nichts, wenn jemand gewissermaßen "aus zweiter oder dritter Hand" sagt, dass Marxismus das ist, was uns der Ostblock Jahrzehntelang vorgelebt hat. Da müsste man schon einmal genauer untersuchen, was Marx gelehrt und geschrieben hat. Sehr schnell würde man dann zu der Erkenntnis kommen, dass weder in der DDR noch in einem anderen Ostblockland oder China auch nur andeutungsweise die Lehren und Überzeugungen von Marx Politik umgesetzt wurden. Und das ganz unabhängig davon, ob man die Überzeugungen von Marx nach heutiger Ethik überhaupt noch richtig finden kann oder nicht.


    Natürlich gibt es immer wieder Leute, die bei allen möglichen Diskussionen äußern, dass sie ein Phänomen oder eine Person einfach so und so sehen und verstehen und sich deshalb damit gar nicht näher befassen müssen.


    Natürlich kann man sich so äußern und sich sogar entsprechend engagieren, ob das aber auch nur andeutungsweise der beschriebenen Person und ihren Aussagen entspricht und gerecht wird, ist eine ganz andere Frage. In meiner Jugend gab es in intellektuellen Kreisen oft die Formulierung: "Also, ich verstehe Herrn ... so." Diese Herangehensweise ist ja auch ganz nett, nur soll diese Person dann nicht kommen und sagen, dass sie weiß, wie besagte Person wirklich ist und welche Auffassungen und Überzeugungen sie tatsächlich vertritt! Da muss man sich schon der Mühe unterziehen, sich wirklich einmal kritisch und sachlich mit der entsprechenden Person zu befassen!


    Daraus folgere ich: Wer sich über eine Person oder über die Lehre einer Person äußern will, kann das ja gerne tun. Wir haben ja schließlich Meinungsfreiheit. Wer aber Grundlegendes über eine Person oder über ein Phänomen äußern will, der muss sich schon genauer mit den Aussagen und Lehren dieser Person befassen. Alles andere ist und bleibt eine sehr oberflächliche Herangehensweise!


    Nun konkret zu Jesus Christus und zum christlichen Glauben:


    Wer beispielsweise sagt, dass der christliche Glaube nur einer von vielen ist, also nur eine von vielen Religionen, der beschreibt die Situation, in der wir uns befinden, zwar richtig, hat deshalb aber noch überhaupt nichts Konkretes über die Person Jeschua ben Josef gesagt, die wir in weiten Teilen der Welt Jesus Christ(us) oder Jesus, den Christus nennen. Obige Aussage allein ist also sehr inkonkret und offenbart nur eine sehr oberflächliche Herangehensweise.


    Nein, wer etwas über den Glauben an diesen Jesus und über diesen Jesus selbst erfahren will, der muss schon genau nachschauen und sich informieren, wer Jesus als Mensch war, was er sagte und was er wollte. Und er muss sich auch mit Jesu Weggefährten, die ihn damals begleiteten, exakt befassen. Er muss bereit sein, sich von alten Klischees über Jesus und das Christentum zu lösen und sich objektiv und sehr konkret zu informieren und leidenschaftlich neu fragen: Wer war dieser Jesus? Und, wer war er nicht? Was wollte und tat dieser Jesus? Und, was wollte und tat dieser Jesus nicht?


    Wer etwas über den Glauben an diesen Jesus und über diesen Jesus selbst erfahren will, muss auf seine innerlich vorprogrammierten Vorurteile verzichten! Wer kommt und sagt "Mit dieser Aussage Jesu oder seines Weggefährten befasse ich mich erst gar nicht, weil ich diesbezüglich sowieso eine andere Auffassung vertrete", für die oder den ist dieser Thread ungeeignet. Wer sich ständig nur von einem zum nächsten Vorbehalt schaukelt und deshalb nicht bereit ist, der Frage nach der Person Jesu einmal analytisch auf den Grund zu gehen, für den ist dieser Thread nicht gedacht.


    Wie gesagt, es muss sich ja keiner von Grund auf mit den Berichten über das Wirken von Jeschua ben Josef und dessen Weggefährten befassen, dazu ist ja keiner verpflichtet.


    Aber, wer nicht bereit ist, das zu tun, der soll dann bitte auch nicht mit dem Anspruch auftreten, er wüsste überhaupt etwas über das Geheimnis Jesu!


    Jetzt meine Frage: Wer von uns ist bereit dazu, der Frage nach der Person Jeschua ben Josef sachlich und leidenschaftlich auf den Grund zu gehen? Wer bereit dazu ist, trotz möglicher Vorbehalte zuzulassen, dass man es erträgt, sich den Aussagen und den Berichten über das Auftreten Jesu auf Erden einmal auszusetzen und gedanklich und offenen Herzens mitzugehen, der ist herzlich eingeladen, sich hier im Thread darüber auszutauschen.

  • Also, ich bin gerne mit dabei.


    Wo und Wie fangen wir an?


    Starten wir zunächst mit außerbiblischen Hinweisen auf die Existenz Jesu oder steigen wir gleich in die Inhalte seiner Lehre ein?

    Ach ja, ich habe schon einige Überlegungen dazu. Aber, ich denke, nach meinen einleitenden Worten sammeln wir zunächst einmal das, was bezüglich meiner Fragestellung und Einleitung zusammen kommt.


    Ich denke, durch meine Einführung dürfte den meisten klar geworden sein, das wir uns hier sachlich und "intellektuell redlich" austauschen wollen. "Tratsch im Treppenhaus" soll es hier im Thread nicht geben, ich bitte viel mehr um sachliche und fundierte Argumente. BLÖD-Zeitung, EXPRESS und msn gibt es täglich genug, hier würde ich mir gerne einen fundierten und sachlichen Austausch wünschen. ;)  


    Dazu gehört für mich vor allem auch, dass man nicht immer wieder auf Nebenschauplätze ausweicht, wenn einem zum Thema nichts mehr einfällt oder einem das Thema nicht gefällt. 8o

  • Ich selbst kann zum Thema gar nichts beitragen, wäre aber an so einem Austausch sehr interessiert, wenn auch nur als Mitleser.


    Die eine oder andere Frage wird man bestimmt stellen dürfen?


    Ich denke, wenn andere (die sich besser auskennen als ich) darüber diskutieren und sich austauschen, kann man sicher eine Menge dazu lernen.

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