Selektive Bibelauslegung - Teil 3

  • Teil 1


    Teil 2


    Teil 3


    Ihr Lieben,
    zum Thema Homosexualität gibt es nach meinem Kenntnisstand ganze sechs Stellen in der Bibel, die sich mit Homosexualität befassen. Oft werden noch weitere Stellen genannt, aber da müssten wir erst mal schauen, ob die denn überhaupt auf Homosexualität passen.



    Aus dem Alten Testament:


    Lev 18,22 EU (3.Mose 18,22) Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel.


    Lev 20,13 EU (3.Mose 20,13) Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide haben den Tod verdient; ihr Blut kommt auf sie selbst.

    Gen 19,5 EU (1.Mose 19,5)
    Sie riefen nach Lot und fragten ihn: Wo sind die Männer, die heute Nacht zu dir gekommen sind? Bring sie zu uns heraus, wir wollen mit ihnen verkehren.



    Aus dem Neuen Testament:

    1 Kor 6,9 EU Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, ...

    Röm 1,26–27 EU Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; 27 ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer treiben mit Männern Unzucht und erhalten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.



    1 Tim 1,10 EU Wir wissen aber: Das Gesetz ist gut, wenn es jemand im Sinn des Gesetzes anwendet 9 und bedenkt, dass das Gesetz nicht für den Gerechten bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Ungehorsame, für Gottlose und Sünder, für Menschen ohne Glauben und Ehrfurcht, für solche, die Vater oder Mutter töten, für Mörder, 10 Unzüchtige, Knabenschänder, Menschenhändler, für Leute, die lügen und Meineide schwören und all das tun, was gegen die gesunde Lehre verstößt, 11 gemäß dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.



    Diese Bibelstellen werden also seit Jahrhunderten verwendet, um Lesben und Schwule ihre Sündhaftikeit vorzuhalten. Da frage ich jetzt einmal, ob diese sehr harte Kritik angemessen ist und ob wir uns in anderen Fällen ähnlich hart verhalten. So gibt es in der Bibel auch Anweisungen, die sich sehr konkret mit unsrem Outfit befassen, ganz besonders bei Frauen.


    Tragen von Kleidung und Schmuck

    1 Petrus 3:1-6 / LUT
    Desgleichen sollen die Weiber ihren Männern untertan sein, auf daß auch die, so nicht glauben an das Wort, durch der Weiber Wandel ohne Wort gewonnen werden, wenn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht. Ihr Schmuck soll nicht auswendig sein mit Haarflechten und Goldumhängen oder Kleideranlegen, sondern der verborgene Mensch des Herzens unverrückt mit sanftem und stillem Geiste; das ist köstlich vor Gott. Denn also haben sich auch vorzeiten die heiligen Weiber geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und ihren Männern untertan waren, wie die Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr; deren Töchter ihr geworden seid, so ihr wohltut und euch nicht laßt schüchtern machen.


    1 Timotheus 2:9 / LUT


    Desgleichen daß die Weiber in zierlichem Kleide mit Scham und Zucht sich schmücken, nicht mit Zöpfen oder Gold oder Perlen oder köstlichem Gewand,


    5 Mose 22:5 / LUT
    Ein Weib soll nicht Mannsgewand tragen, und ein Mann soll nicht Weiberkleider antun; denn wer solches tut, der ist dem HERRN, deinem Gott, ein Greuel.

    2.Mose 28:42 / LUT
    Und sollst ihnen leinene Beinkleider machen, zu bedecken die Blöße des Fleisches von den Lenden bis an die Hüften

  • So kann man die Bibel nicht lesen. Man muß da doch die Zusammenhänge sehen. Hier werden ja Sünde und Nichtsünde miteinander vermengt.

  • Punkt! Aus! Diese im Eingangsposting von Günther genannten sechs Biblstellen sprechen eine sehr klare Sprache und reichen aus! Wenn man Homosexuelle in unserem Hauskreis aufnehmen würde, täte ich gehen!


    Die weiteren von Günthers Texten müssen wir aber gar nicht näher bedenken, beziehen sie sich doch auf das damalige soziologische Umfeld. Natürlich müssen die Frauen heute ihren Männern nicht mehr Untertan sein. Das ist doch nun völlig klar.

  • Punkt! Aus! Diese im Eingangsposting von Günther genannten sechs Biblstellen sprechen eine sehr klare Sprache und reichen aus! Wenn man Homosexuelle in unserem Hauskreis aufnehmen würde, täte ich gehen!


    Die weiteren von Günthers Texten müssen wir aber gar nicht näher bedenken, beziehen sie sich doch auf das damalige soziologische Umfeld. Natürlich müssen die Frauen heute ihren Männern nicht mehr Untertan sein
    . Das ist doch nun völlig klar.


    Natürlich müssen Frauen ihren Männern auch heute noch Untertan sein ,denn alles was in der Bibel steht muss befolgt werden und ist die absolute Wahrheit , Ironie off .


  • Diese Bibelstellen werden also seit Jahrhunderten verwendet, um Lesben und Schwule ihre Sündhaftikeit vorzuhalten. Da frage ich jetzt einmal, ob diese sehr harte Kritik angemessen ist und ob wir uns in anderen Fällen ähnlich hart verhalten.

    So gibt es in der Bibel auch Anweisungen, die sich sehr konkret mit unsrem Outfit befassen, ganz besonders bei Frauen.


    Die Aussagen der Bibel zur Homosexualität sind eindeutig. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, dem zuzustimmen oder es abzulehnen.


    Wenn man dem als Nachfolger Jesu zustimmt, bedeutet das auf der anderen Seite keineswegs, dass man homosexuellen Frauen und Männern anhand dieser Texte " ihre Sündhaftigkeit" in dem Bemühen "vorhalten" kann, sich selbst als etwas Besseres darzustellen. Alle Menschen sind sündig, auch die Heterosexuellen. (vgl. Rö. 3,21-23)


    Außerdem ist kein Mensch dazu berechtigt, über andere Menschen in irgendeiner Weise zu urteilen. Diese Autorität ist allein dem Christus gegeben worden. (siehe Luk. 6:37) Warum sollte sich ein Mensch diese Last aufbürden?


    Zusätzlich befolgen wahre Nachfolger Jesu gerne das Gebot "gegenüber Allen das Gute zu wirken." (Galater 6:10) Beleidigungen, Witze, und andere Verunglimpfungen jeglicher Art von Homosexuellen sind damit als unchristlich ausgeschlossen.


    So gibt es in der Bibel auch Anweisungen, die sich sehr konkret mit unsrem Outfit befassen, ganz besonders bei Frauen.


    Bei den Texten rund um die Bekleidung kommt es ebenfalls darauf an, den Sinn hinter den Buchstaben zu erkennen. Es ist natürlich einfacher, aus den bloßen Buchstaben starre Regeln für die heutige Zeit abzuleiten, aber das entstellt den Sinn der dargelegten Grundsätze bis zur Unkenntlichkeit und schafft so nur eine Distanz der Menschen zu den Schriften.


    1 Petrus 3:1-6 und 1 Timotheus 2:9


    Bei beiden Texten steht die innere Einstellung zur öffentlichen Darstellung im Zentrum. Der Grundsatz zielt darauf ab, nicht durch die Kleidung (äußere Erscheinung) Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, sondern an guten, charakterlichen Eigenschaften zu arbeiten, damit man durch die "verborgene Person des Herzens" unverrückt mit sanftem und stillem Geiste, glänzt, das heißt durch sich selbst bzw. durch die harte Arbeit an seiner Persönlichkeit und nicht durch eine äußere Hülle ( kostspielige Bekleidung), mit der man sich bedeckt.


    Bei beiden Texten geht es also viel weniger um Bekleidung an sich, sondern viel mehr um die innere Einstellung, den Charakter, oder eben wörtlich: "die verborgene Person des Herzens", was einen Menschen schmücken sollte. Und damit sind dann selbstverständlich auch die Männer angesprochen. ;)


    5 Mose 22:5


    Oberflächlich wird dieser Texte oft so fehlinterpretiert, als ob Frauen Kleider oder Röcke tragen müssen. Vom Grundsatz geht es allerdings darum, dass Gott den Menschen als Mann und Frau erschaffen hat, und dass dieser Unterschied auch erkennbar bleiben sollte, was bei den Nationen, von denen das Volk Israel umgeben war, nicht eingehalten wurde. Bezeichnenderweise war das erste Menschenpaar bekanntermaßen nackt. Bekleidung wurde überhaupt erst notwendig, als Scham infolge der Sünde auftrat.


    Die Grundsätze hinter den Texten für die Bekleidung gelten unabhängig von der jeweiligen Mode in der Generation. Heutzutage kleiden sich Männer auch nicht mehr so, wie Jesus es zu seiner Zeit tat.


    Vor diesem Hintergrund ist zum Beispiel nichts gegen einen schicklichen Hosenanzug für Frauen einzuwenden. Aber keine christliche Frau würde sich für den Besuch eines Gottesdienstes am Kleiderschrank ihres Mannes bedienen.


    2.Mose 28:42


    Eine spezielle Anweisung für die Priester, während ihres Dienstes. In diesem Fall ging es darum, dass ihre Blöße bedeckt blieb und sie nicht von der Ernsthaftigkeit des Gottesdienstes ablenkte, wenn der Priester zum Beispiel die Treppen zum Heiligtum hinaufstieg. Bei den umliegenden Nationen der Kanaaniter zählten die zur Schau gestellten Genitalien neben den üblichen Sexorgien oft einen bedeutenden Teil des "Gottesdienstes" dar.


    Die Anweisung aus 2. Mose 28:42 verdeutlichte also, wie wichtig es war, dass derartiges noch nicht mal unbeabsichtigt geschah.


    Auch heute noch stellt Exhibitionismus einen Straftatbestand dar.


  • Natürlich müssen Frauen ihren Männern auch heute noch Untertan sein ,denn alles was in der Bibel steht muss befolgt werden und ist die absolute Wahrheit , Ironie off .

    Ich greife diese ironische Bemerkung mal kurz auf, weil es vielen Männern immer noch schwer fällt ihre Verantwortung gegenüber ihren Frauen zu erfassen.


    Wenn man sich die besagte Anweisung im Zusammenhang ansieht (Epheser 5,21-33), fällt doch sofort auf, dass zunächst der Mann in die Pflicht genommen wird. Gleich zu Beginn lesen wir:


    Zitat

    21 Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Furcht Christi!

    Das gilt schon mal für alle in der Gemeinde, unabhängig vom Geschlecht oder dem Grad der Verantwortung, den jemand innerhalb der Gemeinde hat, wobei Jesu Grundsatz aus Matth. 20, (24)26 -28 gilt:


    Zitat

    So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; 27 und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, 28 so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.


    Das ist also die christliche Grundeinstellung für ein erfolgreiches zwischenmenschliches Miteinander, welches insbesondere für eine Beziehung zwischen Mann und Frau von größter Wichtigkeit ist.


    Mit diesen Gedanken im Sinn lesen sich die folgenden Verse von Epheser 5 ab Vers 22ff in einem ganz anderen Licht:


    Zitat

    Ihr Frauen euren Männern wie dem Herrn; 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau wie auch Christus das Haupt der Kirche ist. Er selbst ist der Retter des Leibes. 24 Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen in allem den Männern unterordnen. 25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, 26 um sie zu heiligen, da er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort! 27 So will er die Kirche herrlich vor sich hinstellen, ohne Flecken oder Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos. 28 Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst.


    Es fällt doch jedem auf, dass nicht etwa der Mann sondern Jesus Christus selbst der Bezugspunkt für dieses Ordnungsprinzip ist. Wenn der Mann seiner Verantwortung gegenüber seiner Frau nachkommt und diese so erfüllt, wie der Christus es in Bezug auf die Kirche tut, ist die Unterordnung keine Ursache für Probleme, weil dann alles letztlich Gott selbst unterordnet ist.


    Es ist also keinesfalls so, dass der Mann einen Freibrief zur Unterdrückung seiner Frau hat. Vielmehr steht er in der Pflicht und in der Verantwortung vor Gott sich als erster Diener seiner Frau zu erweisen, so wie der Christus auch der Versammlung gedient hat, um sie zu ehren, zu heiligen, zu retten und sie als makellose Schönheit in all ihrer Pracht und Anmut darzustellen.

  • Ja, aber was bedeutet das denn jetzt?


    Soll die Frau denn dem Mann nun Untertan sein, oder nicht?

    Was ist, wenn wie oft unterschiedlich Auffassungen bestehen?

    Übrigens: Das mit dem "ersten Diener" klingt für mich zynisch!ich


    Wir sind hier doch nicht die Zeugen Jehovas! (Oder doch?)

  • Ja, aber was bedeutet das denn jetzt?




    Soll die Frau denn dem Mann nun Untertan sein, oder nicht?

    Das bedeutet, dass die Umsetzung des göttlichen Ordnungsprinzips nichts mit Unterdrückung und Unterwerfung zu tun hat, wie es heutzutage vielfach traurige Realität ist. Angesichts der weit verbreiteten Gottlosigkeit auch und eigentlich gerade unter denen, die sich selbst als "besonders fromm und gläubig" betrachten, ist es kein Wunder, dass eben solche mit derartig einfachen und klaren Prinzipien schon überfordert sind.


    Was ist, wenn wie oft unterschiedlich Auffassungen bestehen?


    Dann wird gemeinsam eine Lösung gesucht oder entwickelt, die den Ansprüchen und Wünschen beider gerecht wird. Auf der Grundlage biblischer Grundsätze ist das kein Problem, denn gemäß 1.Ko. 10:24 heißt es:

    Zitat

    Ihr sollt nicht euren eigenen Vorteil suchen, sondern den des anderen!

    Wieviel mehr gilt dieser Grundsatz dann erst in der Familie.


    Übrigens: Das mit dem "ersten Diener" klingt für mich zynisch!ich
    Wir sind hier doch nicht die Zeugen Jehovas! (Oder doch?)

    Dann begründe doch mal, warum das für dich zynisch klingt.

  • Es ist also keinesfalls so, dass der Mann einen Freibrief zur Unterdrückung seiner Frau hat. Vielmehr steht er in der Pflicht und in der Verantwortung vor Gott sich als erster Diener seiner Frau zu erweisen, so wie der Christus auch der Versammlung gedient hat, um sie zu ehren, zu heiligen, zu retten und sie als makellose Schönheit in all ihrer Pracht und Anmut darzustellen.

    Wo hast du das her? Woher die Formulierung "erster Diener seiner Frau"? Wo wird das konkret vorgegeben? Oder ... Sektierertheologie?

  • Wo hast du das her? Woher die Formulierung "erster Diener seiner Frau"? Wo wird das konkret vorgegeben? Oder ... Sektierertheologie?

    Das geht aus dem Kontext hervor, den ich extra markiert habe. Die Bezüge zu erkennen sollte jedem, der nicht nur des Lesens, sondern auch des Verstandes mächtig ist, möglich sein.


    "Sektierertheologie" ist dann eher das Unbill, das durch die kirchliche Doktrin entwickelt wurde. Und da kannst du schon bei Origenes, Tertullian, und Augustinus anfangen. Viel Spaß dabei. ;)



    Antwortest du mir noch auf die Frage, was genau du da jetzt als zynisch siehst?

  • Interessiert mich auch, ob Hannes Zeuge Jehovas ist. Immerhin hat er selbst die Zeugen überhaupt erwähnt. Das passt auch zu dem, was für ihn so zynisch klingt.

    Meine Frage richtete sich an dich, Nemesis.


    Bist du ... Zeuge Jehovas?


  • Zu welcher Kirche, Gemeinde o. ä. gehörst du denn?

    Gemeinde- oder Kirchenzugehörigkeit sind kein Zeichen für Christsein. Ich war einige Jahre in Freikirchen und fand dort nicht mehr entschiedene Christen als in der katholischen oder evangelischen Kirche, dafür viel Religiösität, die echtem Christsein widerspricht. Nachfolger Jesu gibt es in Hauskreisen, Hausgemeinden und in jeder Kirche. Das sind die, die den Herrn lieben und seine Weisungen achten wollen.

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