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Gera

Moderatorin

  • »Gera« ist weiblich

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Über mich: ich bezeuge gern, dass Jesus Christus lebt und regiert

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1

Freitag, 17. Oktober 2014, 08:53

Gastfreundschaft genießen ?

Wir sprachen in unserer Hausgemeinde über Missionseinsätze und mir kamen einige Erlebnisse in den Sinn. Eure Meinung zu den einzelen Einladungen interessiert mich. Wie hättet ihr gehandelt? Ja, wer reist, kann auch etwas berichten...

1. Eine russische Familie bot mir trockene Brötchen und löslichen Kaffee an, den ich nie trinke. Begeistert erzählten die Kinder, am Vortag blieben in der Gemeinde Brötchen über und der Pastor gab sie ihnen mit, damit sie mir etwas anbieten könnten, denn sie hatten gerade kein Geld. Den Kaffee hätten sie aber extra für mich gekauft.
- Ich brach mir ein halbes Brötchen ab, aß es und fragte, ob ich ihren Tee mit trinken dürfe.

2. Von meiner Spende kauften Kinder in Rumänien abends 3 Brote. Sie hatten an dem Tag noch nichts gegessen. Ich sollte auch reinbeißen.
- Ich lehnte ab, denn wir hatten kurz vorher beim Missionar zu Abend gegessen.

3. Wir fuhren mit einer Hilfsorganisation nach Albanien und der Leiter hatte mit dem Hilfstransport für die Deutschen Gouda, Wurst, Margarine ins Land bringen lassen, damit niemand Durchfall bekäme durch die ungewohnte Kost.
- Ich half, das Essen für die Deutschen vorzubereiten und fühlte mich zu Hause.

4. Ich war als Sprecher zu einer Frauenkonferenz eingeladen und schlug vor, dass wir in der Pause einen Imbiss einnehmen, den unsere Hausgemeinde ( 3 Parteien) spendet. Wir nahmen deutsche Tortenpackungen, Sahne, H- Milch, Kaffee, Dosenmilch... alles mit. Der Pastor meinte, die deutschen Sachen mag keiner, er mache es richtig schön. Zu Beginn fragte ich, ob einer heiratet, denn hinter dem Vorhang war ein 4- Sterne Buffet aufgebaut, ähnlich dem bei der Hochzeit unseres Sohnes und alles für 100 Leute, obwohl 30 erwartet wurden. Noch Monate später redeten die Frauen von der tollen Konferenz. Aber ich hatte noch auf englisch ein Gespräch und als ich ans Buffet kam, war es restlos leer. Die Frauen hatten große Taschen mitgebracht und alles eingepackt. Am Ende sagte mir der Pastor, ich könne ihm nun das Geld dafür geben. Woher sollte ich es nehmen, das war nicht abgesprochen! Wir zahlten unsere gesamten Reisekosten selbst. Ich antwortete, wir wollten zu einem deutschen Imbiss einladen, mehr nicht. Später klagte der Pastor Freunden hier sein Leid. Er hatte fest damit gerechnet, dass ich die Kosten übernehmen würde. Wahrscheinlich wäre das ein Monatslohn von mir derzeit gewesen und das hatten wir gar nicht. Ähnliches hörte ich aus Rumänien. Da kamen Amis und bauten erstklassige Buffets auf, dadurch kamen die Leute zu den Konferenzen. Uns war das nicht bekannt und ich sah auch keinen Grund hier Geschwister um Geld anzubetteln für ein Essen, das wir nicht organisiert hatten. Hättet ihr auch so gehandelt?

5. In Bosnien wollte eine Frau aus der Gemeinde mich und die Pasotrenfrau so gern zum Mittagessen einladen. Sie kochte gern und bereitete Kürbispita zu. Ich mag absolut keinen Kürbis, würgte ein kleines Stück herunter, dann war ich satt. Später erfuhr ich, dass die Pastorenfrau, der Frau Geld für das Essen gegeben hatte, denn die ist sehr arm. Muss man es sich antun, Dinge zu essen, die man absolut nicht mag?

Was ist Gastfreundschaft? Wie weit sollte sie gehen?
Schalom - Friede mit euch - peace - la paix, allen, die es lesen!

Gera

2

Freitag, 17. Oktober 2014, 09:40

Punkt 4 ist für mich haarsträubend! Deutet aus meiner Sicht aber auf eine fehlende Absprache hin.
.
Liebe Grüße
Günter ;)

Atempause

Gera

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3

Freitag, 17. Oktober 2014, 13:46

Günter,

ich würde es mehr auf das von Amerikanern dort verbreitete Wohlstandsevangelium zurückführen. Ich meine die Amis, die bitten, dass man für 200 $ sie 5 Minuten vorn stehen lässt, damit Fotos für zu Hause gmacht werden können u.s.w. ( So etwas erzählten uns Pastoren), die stürzen sich auf Länder wie Bulgarien, Rumänien.... Ein Freund von uns litt sehr darunter in der Nähe von Bukarest. Durch diese Buffets gingen ihm viele Mitglieder verloren, weil er nur das Notwendige wie gebrauchte Kleidung, Suppe für Bedürftige verteilte. als mir das passierte, kannte ich das Wohlstandsevangelium noch nicht und auch nicht das Gebaren einiger Missionen in Osteuropa. für unsere kleine Hausgemeinde waren 1,5 kg Kaffee, Torten, Getränke schon eine große Spende, mit der wir eine Freude machen wollten, was daneben ging.

Wir unterstützten hier 2006 eine russische Gemeindeneugründung wegen unserer russischen Adoptivtochter: Der Pastor hatte eine amerikanische Bibelschule in Litauen besucht und stand voll auf diesem Wohlstandstrip. Unser damaliger deutscher Pastor, der leider in Rente ging, gab uns 2007 den richtigen Rat, nicht weiter zu den Russen zu gehen.

Der Eiserne Vorhang fiel, aber leider kamen auch viele Extreme durch die Öffnung nach Osteuropa.
Schalom - Friede mit euch - peace - la paix, allen, die es lesen!

Gera