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Freitag, 26. Oktober 2018, 17:00

Meine Erlebnisse beim Marsch für das Leben in Berlin

Liebe Geschwister im Herrn,

Vor fünf Wochen hat meine Familie beim Marsch für das Leben mitgemacht. Gott hat uns dort derart viel erleben lassen, da möchte ich Euch doch mal teil haben lassen, schreibe ja leider sonst nur sehr wenig hier.

Seit einem knappen halben Jahr denke ich nach, ob ich nach Berlin auf diese Demo gehen will. Der Termin ist für uns eher ungünstig, knapp nach Schulanfang, da hat man als Lehrer viel zu tun, muss sich sortieren und als Eltern von Schulkindern hat man ebenfalls viel zu tun. Kurze Zeit war ich so motiviert, dass ich mir überlegt hatte, durch alle christlichen Gemeinden zu tingeln und genügend Leute für einen kleinen Bus zusammen zu bringen.

Dann passierten andere Dinge, ich verlor die Idee aus den Augen und hatte mich eigentlich schon geschlagen gegeben und die sie beerdigt. Da sagte ich am Freitagabend zu meiner ältesten Tochter, ja so haben sich unsere hochfliegenden Pläne erledigt, jetzt gehen wir nicht mal selber hin.

Meine Frau bekam mit, dass ich ein bisschen mit mir haderte. Und plötzlich merkte ich, dass sie bereit war, eine spontane Wahnsinnsaktion (von uns nach Berlin sind es doch mehr als 600km) mit zu machen. Das ist insofern bemerkenswert, weil sie im Gegensatz zu mir ein ordnungsliebendes Wesen ist, das nicht zu solch spontanen Aktionen neigt. Da sagte ich zu ihr, so etwas hättest du vor ein paar Jahren noch nicht mit gemacht. Da entdeckten wir, dass die Charaktereigenschaft alles planen zu wollen auch mit Angst zu tun hat, und die Kontrolle über das Leben die Ängste erträglich machen soll. In dem Maße, in dem Gott ihre Ängste und Verletzungen heilt, braucht sie die Planung und die damit einhergehende Planung nicht mehr.

Da waren wir natürlich froh, was Gott in den letzten Jahren bewirkt hat. Meine Frau setzte sogar noch eines drauf, gut, dass du erst heute Abend die Idee aufs Tablett gebracht hast und nicht früher, ich hätte eine Woche vorher darüber nachgedacht, wie das wohl alles werden wird.

Auch die lange Fahrt hatte ihren Segen, ich will das aber nicht alles schreiben, sondern gleich zur Kundgebung springen. Ich hatte mir vorgenommen, keine Plakate zu nehmen, schließlich war ich mit fünf Kindern da und wollte nicht in die Schusslinie der Gegendemonstranten geraten. Kaum waren wir da, hatten unsere Kinder fünf Plakate, drei Kreuze und einen Lustballon ergattert. So viel zum Thema, der Mensch denkt…

Auf der Kundgebung erfasst mich schon bald ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit dem Herrn. Mein Wahlspruch ist zwar immer, der Geist weht wo er will, wenn ich es dann aber erlebe, bin ich jedes Mal überrascht. Vor ein paar Jahren kam ich mal in einen Gebetsabend einer charismatischen Gemeinschaft. Meine Frau und ich, als kontemplative Typen mitten unter diesen Charismatikern, die entsprechend ab gingen. Und mitten im Troubel waren unsere Herzen in besonderer Weise bei Gott. Das sollte mir beim Abschlussgottesdienst noch einmal so gehen. Die Lobpreisband war nun gar nicht mein Ding, weder vom Text, noch von der Musik, noch vom Auftreten. Und doch, als sie spielte fühlte ich wieder Gott besonders nahe.

Während des Marsches, kam es natürlich wieder zu den üblichen Protestaktionen, den Buhrufen, den Schmähliedern usw. Wer sich informieren will, was wir so erdulden mussten https://www.youtube.com/results?search_q…+das+leben+2018 Hier sollte es aber meine Frau sein, die ein besonderes Erlebnis haben würde, denn das ganze wirkte nach. In der Nacht fiel ihr ein, wie sie und ihr Bruder an ihrer Schule gemobbt wurden, was die so alles riefen. Das beeindruckende war, dass die Christen im Zug sich absolut nicht provozieren ließen. Es war auch kein expliziter Schweigemarsch, das hätte ja auch wiederum aggressiv wirken können, nein gelegentlich unterhielt man sich mit seinen Nachbarn.

Durch dieses Verhalten, sich nicht provozieren lassen, sich noch untereinander zu stärken, in der Gemeinschaft die Schmach ertragen, dieses Erlebnis machte ihr klar, dass das entscheidende ja Jesus ist. Und er war eben vor 30 Jahren auch in der Schule dabei, als sie und ihr Bruder so gemobbt wurden. Und der Friede, den sie in der Demo erfahren hatte, wie man eben so etwas tragen kann, der kam auch über die Erinnerungen und so heilte Gott ihre Verletzungen und sie kann nun ohne jede Bitternis daran denken. Was für ein Segen!

Beim Abschlussgottesdienst hat uns vor allem die Predigt, die man auch auf YouTube https://www.youtube.com/watch?v=zhvJjoEdHss finden kann, der Part angerührt, wo es darum ging in der Nächstenliebe tätig zu sein. Sich für die Mütter einzusetzen. Das wirkt insofern noch in mir nach, was ist das Ziel. Dass man mit möglichst vielen Leuten demonstriert? Dass, man versucht ein Umdenken in der Gesellschaft zu bewirken? Oder doch einfach schlicht, dass man die Ärmel hochkrempelt und überforderten Müttern, die dies wollen, hilft. Und dann ganz unabhängig vom Thema Abtreibung.


Soweit mal unsere Erlebnisse, Euch allen Gottes Segen!

Ralf

Gera

Moderatorin

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Über mich: ich bezeuge gern, dass Jesus Christus lebt und regiert

Beruf: Rentner

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Sonntag, 28. Oktober 2018, 12:41

Eine gute Sache, sowas haben wir früher auch gemacht und wurden gesegnet. Jjetzt als Rentner wird es zu beschwerlich, wir werden zu schnell müde.
Schalom - Friede mit euch - peace - la paix, allen, die es lesen!

Gera